Reisebericht nach Niederschlesien von Silke Shimazu
Sechs Tage im August
Niederschlesien 2025 – Görlitz, Schmottseiffen und Breslau
von Silke Shimazu, Enkelin von Herbert Hübner (Schmottseiffen Haus 19)
9335 Hillery Drive #15306 San Diego, CA 92126 USA
Es war Heiligabend 2023, und alle Geschenke waren bereits ausgepackt – das dachte ich jedenfalls. Doch dann sagte mein Mann Mark zu mir: „Schau mal hinter den Weihnachtsbaum, da versteckt sich noch etwas.“ Neugierig sah ich nach und tatsächlich fand ich einen Briefumschlag mit meinem Namen darauf. Als ich ihn öffnete, konnte ich es kaum fassen: ein Gutschein für den übernächsten Sommer für eine Reise zu meinen Eltern nach Deutschland und Niederschlesien.
Auf nach Schlesien
Görlitz
2.8.2025
Mehr als anderthalb Jahre später ging es am 2. August 2025 für meine Eltern, Mark und mich endlich los. Nach einer langen Fahrt von Grevenbroich (NRW) aus erreichten wir die erste Etappe unserer Schlesienreise: die heute östlichste Stadt Deutschlands, Görlitz.
Im Hotel Schwibbogen in der historischen Altstadt, zwischen Ober- und Untermarkt, fanden wir eine gemütliche und einladende Unterkunft.

Silke und Mark
Geschichte zum Anfassen
3.8.2025
Den nächsten Tag verbrachten wir mit der Erkundung der Stadt, angefangen mit einem Besuch im Schlesischen Museum. Das Gebäude, der Schönhof, in dem es seinen Sitz hat, trägt seinen Namen zu Recht und gilt als eines der schönsten in der Görlitzer Altstadt.
Schon beim Betreten wurde deutlich: Die äußere architektonische Pracht des Hauses setzt sich auch inhaltlich in der Ausstellung fort.
Die sorgfältig gestalteten und thematisch vielfältigen Bereiche luden uns ein, in die facettenreiche Geschichte Schlesiens einzutauchen. Dabei gab es viel zu entdecken und zu bestaunen:
von kunstvoll geschnitzten Rübezahlfiguren über eine interaktive Mitmachstation zu berühmten Schlesiern bis hin zu einer beeindruckenden Vielzahl an Porzellan aus verschiedenen Epochen und Regionen Schlesiens. Hervorzuheben sind hier eine Vase und ein Kännchen mit Motiven aus unserer Kreisstadt Löwenberg (im Foto das 5. und 4. Objekt von rechts in der oberen Reihe). Während die Vase das Panorama der Stadt mit der katholischen Kirche zeigt, ist auf dem Kännchen das Rathaus abgebildet.
Besonders bewegend waren für uns als Nachkommen eines vertriebenen Schlesiers die Exponate rund um den Verlust der Heimat: etwa ein Vertriebenenausweis, wie ihn auch Opa besessen hat, auf der Flucht mitgenommene Hausschlüssel und – ähnlich wie die von uns 2017 auf Opas elterlichem Grundstück gesammelte Heimaterde – ein Schraubglas, gefüllt mit Steinkohle.
Tipp: Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt ins Museum frei!


Durch Görlitz‘ Gassen
Am Nachmittag begaben wir uns auf Stadtrundfahrt mit dem „Stadtschleicher“.
Auf vier Rädern und mit Sommerwind im Haar fuhren wir durch die Straßen von Görlitz, vorbei an vielen der durch die „Altstadtmillionen“ restaurierten Häuser. Schnell war klar, warum auch Hollywood die Stadt mit ihren malerischen Fassaden für sich entdeckt hat und sie seither als „Görliwood“ bekannt ist.
Vom Bus aus konnten wir schon einmal einen Blick auf die andere Seite der Neiße werfen, wo unsere Reise in Richtung Schmottseiffen weitergehen sollte.

Wiedersehen mit Schmottseiffen
Schmottseiffen
4.8.2025
Am kommenden Morgen wachten wir in der idyllisch gelegenen Pension Pod Lipami in Mois auf. Am Vorabend hatten wir uns von Görlitz in den kleinen Ort nahe der Löwenberger Schweiz aufgemacht, um dort Quartier für die folgenden drei Nächte zu beziehen.

Von links nach rechts: Silke, Mark, Helmi und Willi vor der Pension Pod Lipami
Wie Schmottseiffen ist Mois ebenso von Bedeutung für unsere Familiengeschichte, denn hier, im ehemaligen Haus 12, wurde Uropa Willi im Jahr 1893 geboren.
Damit stellt er eine Ausnahme in unserem Stammbaum dar: Alle Hübners vor und nach ihm – bis einschließlich Opa – sind aus Schmottseiffen, dem Hauptziel unserer Reise.
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg dorthin, entlang uns vertrauter Häuser und Höfe, die wir noch von früheren Reisen kannten – die Kirche St. Thekla stets im Blick.
Als wäre das Wiedersehen mit Schmottseiffen allein nicht schon ein Höhepunkt gewesen, bescherte uns dieser Tag darüber hinaus einen unvergesslichen Moment:
Nach Jahren unzähliger E-Mails und Telefonate sollten wir unseren 1. Vorsitzenden, Bernhard Lange, endlich persönlich kennenlernen.
Treffpunkt war der Aufgang zum Stationsberg in Mittel-Schmottseiffen. Wir waren bereits vor Ort, als Bernhard gemeinsam mit Hajo Ramisch (Haus 62 und 164a) eintraf – unserem neuesten Mitglied der Heimatfreunde – auf seiner ersten Schlesienreise.

Von links nach rechts: Willi, Silke, Bernhard, Helmi und Hajo
Nach einer freudigen Begrüßung allerseits wanderten wir den Kreuzweg hinauf. Dabei hatten wir nur ein Thema: Schmottseiffen und unsere Ahnen. Ich glaube, ich kann auch für Bernhard und Hajo sprechen, wenn ich sage, dass es sich so anfühlte, als hätten wir uns bereits zigmal zuvor getroffen – das beste Beispiel dafür, dass Schmottseiffen auch 78 Jahre nach der Vertreibung seine Bewohner bzw. deren Nachkommen miteinander verbindet.

Von links nach rechts: Hajo, Silke, Mark, Helmi und Willi
Aber Schmottseiffen bringt Menschen heute auch auf einer anderen Ebene zusammen. Am Nachmittag besuchten meine Eltern, Mark und ich – wie schon bei unseren ersten beiden Schmottseiffen-Reisen – die heutigen Besitzer des einstigen Hübner-Grundstücks (Nr. 19) mit denen wir mittlerweile ein freundschaftliches Verhältnis pflegen. Sie erwarteten uns mit selbstgebackenem Kuchen, den wir uns bei bestem Sonnenschein und netten Gesprächen – übersetzt von der englischsprachigen Tochter – im Garten schmecken ließen.
Ein Gang über Opas angrenzendes elterliches Grundstück durfte natürlich auch nicht fehlen. Die Enkelkinder unserer Gastgeber tobten dabei umher, und meine Gedanken wanderten zu meinem Opa und seinen Brüdern. In meiner Vorstellung sah ich sie als Kinder genauso fröhlich und ausgelassen über die Wiese tollen. Auch wenn ich es vorher schon gewusst hatte, spürte ich es in diesem Moment ganz deutlich: Das Grundstück ist in guten Händen.
Und unsere Hübners sind auch nicht vergessen. Das Schild, das wir in Erinnerung an sie vor vier Jahren am Walnussbaum neben dem noch existierenden Keller angebracht haben, hängt weiterhin: „Schmottseiffen Haus 19 – Hier wohnte bis 1947 die Familie Willi Hübner.“
Passend dazu gab es zu meiner großen Überraschung dann noch ein Geschenk „unserer Polen“ an Mark und mich: ein von ihnen in Handarbeit gefertigtes Makramee, das uns beide vor besagtem Baum zeigt. Wie schon der Mauerstein, den sie uns vor acht Jahren vom Keller mitgegeben haben, wird auch dieses einen Ehrenplatz in unserem Zuhause bekommen.

Silke mit der heutigen Besitzerin von Grundstück 19 (rechts) und deren Tochter (mittig)

Am Abend waren wir wieder mit Bernhard und Hajo vereint, die den Nachmittag in Liebenthal verbracht hatten. Gemeinsam blickten wir in unserem Stammlokal Kuznia in Löwenberg auf den ereignisreichen Tag zurück. Hajo war so begeistert von den vielen Eindrücken, dass ich mich an mich selbst bei meiner ersten Reise nach Schmottseiffen erinnert fühlte – fasziniert und bewegt von Opas Geburtsort, eine Empfindung, die auch acht Jahre später noch in mir anhält.

Von links nach rechts: Silke, Bernhard, Hajo, Helmi und Willi
Gemeinsam gegen den Verfall
5.8.2025
Am Folgetag bekam unsere Gruppe für kurze Zeit Zuwachs durch Thomas Marin und Krystian Burczek. Der Diakon und der 1. Vorsitzende des Schlesischen Priesterwerks waren zusammen eigens angereist, um sich ein Bild vom aktuellen Zustand der zerstörten Priestergruft von Augustin Toepsch zu machen.
Als Seelsorger selbst plant Thomas die Restaurierung des Grabes, das zu den wenigen noch erhaltenen deutschen Gräbern auf dem Schmottseiffener Friedhof gehört.
Schon seit Jahren fehlen der darüber wachenden Heiligenfigur Kopf und Hände, und im Inneren der Gruft ist der Sarg aufgebrochen und von Unrat umgeben.
Bei einer gemeinsamen Friedhofsbegehung und Begutachtung der Gruft kam zufällig ein Steinmetz vorbei, der eine erste Einschätzung der nötigen Arbeiten abgab und wertvolle Hinweise lieferte.
Was nun noch fehlt, sind Spenden, um die Restaurierung zu verwirklichen und Toepschs letzte Ruhestätte wieder würdevoll herzurichten.
Einen Großteil hat die Kardinal-Bertram-Stiftung bereits zugesagt – allerdings unter der Bedingung, dass auch von anderer Seite Mittel beigesteuert werden.
Wenn auch du in heimatlicher Verbundenheit zu Schmottseiffen die Rettung des Grabes unterstützen möchtest, würden wir uns sehr über eine Spende freuen. Jeder Betrag hilft, unser Vorhaben zu realisieren – und so ein Stück Kirchengeschichte des Dorfes zu bewahren. Die dazu nötigen Infos findest du am Ende dieses Artikels.

Toepsch Gruft August 2025, von links nach rechts: Pfarrer Stanisław Partyka, Steinmetz, Thomas, Krystian und Bernhard

Toepsch Gruft vor ihrer Zerstörung
Haus 104 – ein Fenster in die Vergangenheit
Wieder in der ursprünglichen Konstellation – meine Eltern, Mark, Bernhard, Hajo und ich – machten wir uns von dem zu restaurierenden Grab auf den Weg zu einem weiteren Restaurationsprojekt: dem Umgebindehaus von Katarzyna Żuk (heute Haus 104, früher 114).
Im Juli 2023 hatte mich die junge Polin zum ersten Mal angeschrieben, nachdem ihr ein gemeinsamer Bekannter von meiner intensiven Beschäftigung mit Schmottseiffens deutscher Vergangenheit erzählt hatte.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sie gerade das 1674 erbaute Haus erworben und wollte mehr über dessen Geschichte erfahren. Ich half ihr bei der Bestimmung der alten Hausnummer, ermittelte die früheren Eigentümer und konnte sie mit einer historischen Aufnahme des Hauses aus meinem persönlichen Archiv überraschen.
Das war der Anfang eines Austausches, der bis heute andauert. Seitdem hält sie mich über die Fortschritte bei der Renovierung auf dem Laufenden und berichtet, wenn das Haus wieder einmal eines seiner Geheimnisse offenbart. Gemeint sind die Fundstücke, die die einstigen Besitzer angesichts der Vertreibung versteckten und im Jahresheft 2024 im Bericht über Katarzynas Haus zu sehen sind.
Als feststand, dass meine Eltern, Mark und ich im August 2025 nach Schmottseiffen kommen würden, machten wir Pläne für ein Treffen – aber nicht irgendwo im Ort, sondern direkt bei ihr am Haus.
Es ist sofort ersichtlich, dass noch viel Arbeit erforderlich ist, um es wieder bewohnbar zu machen. Gleichzeitig erkennt man, was sich bereits alles getan hat – beispielsweise am neuen Dach.
Bei unserem Rundgang durch das Haus spürte man förmlich, mit wie viel Herzblut Katarzyna bei der Sache ist.
Neben den Fundstellen, an denen bei Aufräum- und Renovierungsarbeiten erwähnte Gegenstände der Vorbesitzer gefunden wurden, ist mir besonders der Keller im Gedächtnis geblieben. Zum einen, weil er aufgrund seiner jetzigen Beschaffenheit nur schwer zugänglich war und ich dabei meine Kletterfähigkeit unter Beweis stellen musste. Zum anderen, weil es die Art von Keller ist, wie sie auch unter dem Haus meiner Urgroßeltern – Hausnummer 19 – existiert haben muss und als einziger Zeitzeuge von damals noch erhalten ist.
Dank des Besuchs bei Katarzyna und ihrem „alten neuen Haus“ kann ich mir jetzt besser vorstellen, wie das frühere Zuhause meiner Familie ausgesehen haben könnte.

Von links nach rechts: Silke, Katarzyna und Bernhard
Letzter Halt in Schmottseiffen
Nach dem Besuch bei Katarzyna stand für uns sechs Heimatfreunde noch ein letzter gemeinsamer Programmpunkt auf dem Plan – die Besichtigung des ehemaligen Schmottseiffener Bahnhofs.
Zu unserer großen Freude nahm sich Herr Marcjan Majer, ein leidenschaftlicher Kenner des Ortes und heutiger Einwohner, Zeit für eine private Führung. Mit sichtbarer Begeisterung für die Geschichte Schmottseiffens öffnete er uns nicht nur die Türen des frisch sanierten und zum Gemeindehaus umfunktionierten Gebäudes, sondern teilte ebenfalls kleine Kapitel aus dessen Vergangenheit.
Besonders interessant war ein Foto eines alten deutschen Zeitungsartikels, der bei der Restaurierung der Anlage unter den Stufen in einem der Räume entdeckt worden war.
Als wir in eben jenem Raum standen, musste ich unweigerlich wieder an meine Ahnen denken – wie wohl auch sie, zu unterschiedlichen Zeiten und Anlässen, hier am Bahnhof Abschied von Schmottseiffen genommen haben.
Dass sich am Ende unseres Aufenthalts in Schmottseiffen ausgerechnet hier ein Kreis schloss, machte diesen Augenblick besonders eindrucksvoll und rückte Vergangenheit und Gegenwart ganz nah zusammen.

Breslau, wir kommen
Breslau
6.8.2025
Während es für Bernhard und Hajo an diesem Tag jeweils wieder nach Hause ging, führte uns unsere Reise weiter in die frühere Hauptstadt Niederschlesiens – nach Breslau.
Bei einem ersten Stadtrundgang gelangten wir zum Marktplatz mit seinem Rathaus, das wir bereits als Miniatur im Schlesischen Museum in Görlitz bewundert hatten. Im Original war es noch imposanter und faszinierte uns mit seinen vielen architektonischen Details.
Im dortigen „Schweidnitzer Keller“ genossen wir anschließend ein leckeres Abendessen in historischem Ambiente.

Drei Perspektiven auf Breslau
7.8.2025
Am Morgen kehrten wir zum Rathaus zurück, das diesmal Ausgangspunkt unserer kostenlosen Städtetour mit „Walkative“ war.
Zu Fuß, unter der Leitung einer Stadtführerin, erkundeten wir in zweieinhalb Stunden den „Ring“, die einstige Schlachtergasse, Universität und Dominsel – immer unter den wachsamen Augen der überall in der Stadt verteilten Zwerge.
Tipp: Am Ende der Führung entscheidet jeder Teilnehmer selbst, ob und wie viel Trinkgeld er geben möchte.

Nach der Tour wechselten wir die Gangart und Perspektive und setzten die Erkundung von Breslau in einer Kutsche fort.
Darin sitzend fühlten wir uns in eine andere Zeit zurückversetzt. Passanten am Straßenrand schauten neugierig und winkten uns zu, während wir die Sehenswürdigkeiten auf uns wirken ließen.
Im Takt des Pferdes, das Klappern der Hufe im Ohr, fuhren wir vom Markt zur Dominsel und wieder zurück.
Tipp: In der Altstadt gibt es nur einen Anbieter von Kutschfahrten – du findest ihn und sein Belgisches Kaltblut in Marktnähe.

Sowohl zu Fuß als auch bei der Kutschfahrt empfanden wir die Dominsel mit ihrer gotischen Kirche als den schönsten Teil Breslaus.
Am Abend unternahmen Mark und ich von hier noch eine romantische Bootsfahrt auf der Oder. Vom Wasser aus bot sich uns noch einmal ein ganz anderer Anblick auf die Stadt und ihre Architektur.
In der Ferne sahen wir die bekannte Jahrhunderthalle, doch mehr als ein Blick von Weitem war uns diesmal nicht vergönnt – Anlass, irgendwann noch mal nach Breslau zu fahren!
Mit diesen Eindrücken endete aber vorerst unsere Zeit in Schlesien, und wir traten die Heimreise mit Zwischenstopps in Seiffen (Erzgebirge) und Dresden an.
Im Gepäck: viele neue Erinnerungen und der Wunsch, bald in Opas alte Heimat wiederzukehren.

Dominsel
Ich hoffe, dass unsere Erlebnisse Lust machen, selbst (noch mal) nach Schlesien zu reisen und die Verbindung zu den Wurzeln lebendig zu halten.
Herzliche Grüße,
Silke Shimazu (geb. Hübner)
Silke Shimazu, 9335 Hillery Drive #15306, San Diego, CA 92126, USA
Bei Rückfragen oder wenn du Informationen zu Familie Hübner (Schmottseiffen Haus 19) hast, zögere bitte nicht, mich zu kontaktieren:
Email: silkeshimazu@gmail.com
oder Hans Wilhelm Hübner (Vater), Mecklenburger Str. 23, 41515 Grevenbroich
Telefon: 02181/45049
Spenden Toepsch Gruft
Konto-Inhaber: Johannes Georg Hoferichter
IBAN: DE86 1203 0000 1208 1064 25
BIC: BYLADEM1001
Verwendungszweck: Priestergrab Schmottseiffen
Letztes Traubuch von Schmottseiffen
Anne Kalkmann bietet bei Interesse an, den Eintrag eines Angehörigen zu schicken, und zwar aus dem letzten Schmottseiffener Traubuch von 1924 – 1947.
Bei Interesse bitte folgende Kontaktmöglichkeiten nutzen:
KalkmannAnne@t-online.de
oder: Winterstraße 1, in 53177 Bonn
oder Rufnummer 0228 – 3 86 26 74
Newsletter # 11
Schmottseiffen 2.0 Newsletter # 11 Berlin, im Dezember 2025
Liebe Heimatfreunde!
Kurz vor Weihnachten und dem Ende eines ereignisreichen Jahres kommt doch noch ein Newsletter, der in verkürzter Form ein Lebenszeichen senden soll.
Zur Erklärung: Ich hatte in den letzten Wochen gesundheitliche Probleme, die in einer Rückenoperation geendet sind. Am vergangenen Sonnabend bin aus dem Krankenhaus nach einem nur dreitägigen Aufenthalt entlassen worden. Die Schwierigkeiten zogen sich über mehrere Wochen hin, aber die Operation war erfolgreich und ich sehe mich vor einer längeren Rekonvaleszenzphase mit allen Einschränkungen, die ich geduldig auf mich nehmen werde.
Zum Glück haben die Aktivitäten für die Heimatfreunde kaum darunter gelitten.
So war die in Newsletter #10 angekündigte Veranstaltung in Hainfeld wie immer ein tolles Ereignis, zum ersten Mal war allerdings kein gebürtiger Schmottseiffener mehr dabei, was zeigt, wie wichtig Schmottseiffen 2.0 mittlerweile geworden ist.

Konrad Denoke, Hans-Georg Hoferichter, mein Bruder Dr. Manfred Lange und seine Frau Hannelore, sowie meine Frau Edda und ich haben Schmottseiffen würdig vertreten, zumal diesmal auf Pfälzer Seite neben der lokalen Prominenz der Landrat anwesend war, der sich von der Veranstaltung sehr beeindruckt zeigte.
Danach begann dann die endgültige Arbeit an der Fertigstellung des Jahreshefts. Wie immer bei solchen Unterfangen zeigen sich die Tücken erst bei der konkreten Arbeit am Detail. Welch ein Glück, dass wir mit Thomas Marin einen erfahrenen und vor allem einsatzbereiten Mann haben, der nicht zögerte, seine Kraft zur Verfügung zu stellen. Auch Hans-Georg Hoferichter war tatkräftig dabei, um so manche Klippe der IT und Verwaltung zu umschiffen.

Eigentlich war ja der Versand vor Weihnachten geplant, aber aus oben genannten Gründen hat es dann doch nicht geklappt, so dass wir wohl erst im neuen Jahr dazu kommen werden.
Wir gehen mit einigen Hoffnungen in dieses neue Jahr 2026, was die Heimat unserer Vorfahren betrifft:
Das große Projekt der Wiederherstellung des Priestergrabs Alois Toepsch hängt von so vielen unterschiedlichen Faktoren ab, dass wir da sehr viel Geduld und Stehvermögen beweisen müssen.
Vielleicht gelingen uns da auch wieder einige Impulse durch einen Besuch vor Ort, zu dem Einzelheiten noch rechtzeitig bekannt gegeben werden. Schmottseiffen/Schlesien ist immer wieder eine Reise wert!
Von den früher regelmäßigen Treffen existiert ja nur noch das in Nauen, das aber aller Wahrscheinlichkeit auch wieder stattfinden wird.
Als Fixpunkt im jährlichen Kalender findet sich wieder die Veranstaltung zum Volkstrauertag in Hainfeld/Pfalz.
Ob und wie sich die Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung und Versöhnung weiter entwickeln wird, muss sich im Laufe des Jahres herausstellen. Das Zentrum ist sehr an Dokumenten, Fotos und auch Realgegenständen der Vertreibung interessiert. Dazu muss ich aber erst einmal das gesammelte „Kulturgut“ der Heimatfreunde sichten, das mir vor kurzem zuging.
Das soll’s für heute erstmal gewesen sein. Ich wünsche Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für das Jahr 2026, möge es wieder Frieden und ein wenig mehr Vernunft für die Menschheit bringen. Vielleicht sehen wir uns ja auch einmal in Schmottseiffen – bis dahin
Labt g’sund!
Bernhard Lange
Vorschläge zur Reinigung/Restauration der Töpsch Gruft
von Hans Wilhelm Hübner (Sohn von Herbert Hübner Haus 19)
- Nur die vordere Grabplatte mit einem Gabelstapler oder ähnlichem Gerät durch das vorhandene Loch abheben; die dadurch entstandene Öffnung sollte ausreichen, um in das Grab hinuntersteigen zu können (die vorhandenen Metallringe werden nach all den Jahren sicherlich nicht mehr brauchbar sein, um die Platte zu entfernen)
- In das Grab hineinsteigen, den Müll entsorgen, die Gebeine wieder in den Sarg legen und ihn anschliessend ordnungsgemäß zumachen
- Die Seitenöffnungen von innen sicher verschliessen
- Danach die vordere Grabplatte zurück an ihren ursprünglichen Platz legen (eventuell die Platte vorher von unten verstärken z.B. mit einem Metallblech, damit sie nicht weiter bricht)
- Dann auch die letzte Öffnung verschliessen (vielleicht mit passenden Steinen zumauern)
- Jetzt kann man mit der Reinigung der Figur und der restlichen Steine/Platten beginnen (auf diese Weise kann man den Kopf und die Hände dem Farbton, der nach der Reinigung zum Vorschein kommt besser anpassen)
- Hände, Kopf und Stab anbringen
- Die Inschrift farblich erneuern. Um Kosten zu sparen in Schwarz anstatt Gold
- Vor Auftragvergabe die ausführende Firma um einen detaillierten Kostenvoranschlag bitten
- Während der gesamten Arbeiten das Grab mit einem Bauzaun sichern

Zu Punkt 3 der Ausführungen: Ein Metallgitter von innen anbringen.
Vorschläge zur Restaurierung der Toepsch-Gruft von Hans Wilhelm Hübner
Hans Wilhelm Huebner war am 5. August 2025 auf dem Friedhof Schmottseiffen dabei und hat danach einige sehr pragmatische Vorschläge für eine kostengünstige Restaurierung vorgelegt.
Thomas Marin:
Projektskizze zur geplanten Restaurierung des Priestergrabes in
Schmottseiffen/Pławna (Niederschlesien)
Der Besuch einiger Schmottseiffener Heimatfreunde am 5. August 2025 war Anlaß, die Möglichkeiten der Restaurierung des auf dem Schmottseiffener Friedhof erhaltenen Priestergrabes in den Blick zu nehmen. Ich möchte allen Interessierten und ggf. in die Umsetzung der
Restaurierungspläne einzubindenden Personen die Hintergründe, soweit bekannt, meine persönliche Sicht und Motivation, von der ich hoffe, dass sie für andere nachvollziehbar ist, und die bisherigen Geschehnisse wie auch die aus meiner Sicht anstehenden Maßnahmen erläutern.
Pfarradministrator Augustin Toepsch und sein Grab in Schmottseiffen
Unter den drei erhaltenen Gräbern aus dem 19. Jahrhundert mit gemau-erten Grüften sticht das Grab des Priesters Augustin Toepsch durch die Gestaltung und die bestattete Person heraus. Augustin Toepsch war Priester der Diözese Breslau und ab 1868 Kaplan in Schmottseiffen, wohin er zum 3. Juli 1868 von seiner vorherigen Kaplansstelle in Kostenblut (Kreis Neumarkt) versetzt wurde (vgl. Schlesisches Kirchenblatt, Nr. 28 vom 11. Juli 1868, S. 332; Dank an Silke Shimazu für die Recherche). Als Nachfolger von Robert Schwiderki war er der letzte der Kapläne unter Pfarrer Johann B. Bürgel, der bis 1870 als Pfarrer genannt wird. Toepsch soll laut der Schmottseiffener Chronik trotzdem bereits ab 1869 Pfarradministrator gewesen sein. In dieser Funktion verblieb er bis zu seinem Tod am 5. November 1878 im Alter von nur 48 Jahren.
Er wurde trotz der langen Dienstzeit nicht zum Pfarrer von Schmott-seiffen ernannt. Die Gründe sind in den Umständen der preußischen Kulturkampfgesetze zu vermuten, die die Souveränität der Kirche massiv einschränkten, die Besetzung von Pfarrstellen behinderten und 1875 sogar den Breslauer Bischof Heinrich Förster zwang, sich auf seinen böhmischen Sommersitz ins Exil zurückzuziehen. Mag zu Beginn von Toepschs Amtszeit sein relativ junges Alter eine Rolle gespielt haben, ist die lange, auch dem Kirchenrecht nicht wirklich entsprechende Dauer der provisorischen Pfarrverwaltung nicht anders zu erklären.
Der frühe Tod mag die Gemeinde erschüttert haben, man kann auch über eine Widerständigkeit der Gemeinde gegenüber den staatlichen Repres-sionen spekulieren. Sicher ist, dass der Pfarradministrator Augustin Toepsch in einem außerordentlich repräsentativen Grab beigesetzt
wurde und der Grabinschrift der Nachsatz „Er war fest im Glauben“ bei-gefügt wurde.
Ähnlich dem nebenan erhaltenen Grab der Gutsbesitzerfamilie Siebelt wurde eine gemauerte Gruft angelegt, in der Toepsch in einem Zinksarg beigesetzt wurde. Wie bei solchen Gruftbestattungen üblich, dürfte er in einen hölzernen Innensarg gebettet gewesen sein. Der Zinksarg war vermutlich zur Vermeidung von Verwesungsgeruch verlötet. Drei Öff-nungen an den Seiten und dem Fußende der Gruft dienten der Belüftung, sind aber auch teilweise für den aktuellen Zustand ursächlich. Das Grab wurde mit einer vierteiligen Abdeckung aus Steinplatten verschlossen und mit einem beeindruckenden Grabdenkmal geschmückt. Dieses bekam auf einem mehrteiligen Sockel aus Kalk- oder Sandstein eine etwa lebensgroße Darstellung eines Bischofs mit Stab, Mitra und Buch
im Stil der Zeit. Eine ganze Reihe heiliger Bischöfe könnte mit diesen sehr allgemeinen Attributen dargestellt werden. Im Zusammenhang mit dem Verstorbenen scheint mir einzig die Annahme sinnvoll, hier den heiligen Augustinus von Hippo anzusprechen, der nicht nur einer der bedeutend-sten frühkirchlichen Theologen war und als einer der vier lateinischen Kirchenväter der Alten Kirche verehrt wird, sondern hier als Toepschs Namenspatron naheliegt. Am Sockel ist eine Marmorplatte mit der Grab- inschrift angebracht. Diese lautet:
Hier ruhet im Herrn
Sr. Hochwürden
der Pfarr-Administrator
Augustin Toepsch
geboren d. 11. Mai 1830
gestorben d. 5. Nov. 1878
Er war fest im Glauben
Aktueller Zustand des Grabes
Erstmals bewußt angesehen und fotografiert habe ich das Grab im Sommer 2008. Zu diesem Zeitpunkt stand der heilige Augustinus bereits ohne Kopf auf dem Sockel. Die Hände mit Stab und Buch fehlten. Der Blick durch die Lüftungsschlitze offenbarte, dass die Gruft zu einem
unbekannten Zeitpunkt geschändet und der Sarg aufgebrochen wurde. Die sichtbaren sterblichen Überreste liegen ungeordnet in und neben dem Sarg – auf den damals aufgenommenen Fotos sind ein Oberschen-kelknochen, Rippen und weitere kleinere Knochen erkennbar, der Schä-del liegt daneben.
Durch die Lüftungsöffnungen wurde mit der Zeit verschiedentlich Müll entsorgt. Fotos aus den Jahren seither zeigen, dass immer wieder einge-griffen wurde. So ist nach 2011 ein zweiter Schädel hinzugekommen. Plastiktüten und ausgebrannte Grablichte, die auf früheren Fotos zu sehen sind, waren im August 2025 nicht mehr vorhanden. Dafür sind eine Reihe Corpora – Darstellungen des gekreuzigten Christus – in den Sarg geworfen worden. Bei aller Erschütterung über den Umgang mit der Totenruhe ist nicht auszuschließen, dass jemand aus dem Kreis der heutigen Bewohner Schmottseiffens einen Teil des Abfalls entfernt und hier eine Ablage für Reste zerstörter Kruzifixe gefunden hat, die man nicht einfach im Müll entsorgen wollte. Diesen Gedanken finde ich für ein
Priestergrab sogar ein wenig tröstlich.
Sinn und Nutzen der Restaurierung des Priestergrabs
Zunächst steht die Notwendigkeit der Wiederherstellung der Totenruhe (hoffentlich) außer Frage.
Dies könnte natürlich auf unterschiedliche Weise auch ohne Restaurie-rung erfolgen, etwa durch Sicherung und Wiederbestattung im Erdreich. Auch eine relativ einfache Sicherung der Überreste im wieder zu ver-schließenden Sarg, nach Entsorgung des Mülls und mit Verschluß der
Lüftungsöffnungen wäre denkbar. Diese Lösung schwebte mir ursprüng-lich vor und würde der Menschenwürde wie auch der priesterlichen Würde des Verstorbenen Genüge tun. Die mit zusätzlichen fachlich-praktischen Erwägungen ergänzten Vorschläge von Hans Wilhelm Hübner, der am 5. August 2025 anwesend war, gehen in dieselbe Richtung.
Die nach langjähriger Verzögerung in den letzten Monaten eingetretenen Entwicklungen bestärken mich in der Befürwortung einer umfangreiche-ren Variante. Im günstigsten Fall kann die Restaurierung einen Beitrag nicht nur zur Erinnerung an die (Kirchen-)Geschichte des Dorfes leisten, sondern auch die Verständigung und gegenseitige Akzeptanz zwischen früheren und heutigen Bewohnern Schmottseiffens/Pławnas, zwischen Deutschen und Polen leisten.
Im Einzelnen:
- Erinnerung an die kirchliche Kontinuität, Anregung für das Gebet für die Verstorbenen Schmottseiffens, besonders die verstorbenen Seelsorger als gemeinsames Anliegen
- Erinnerung an die Kirchengeschichte des Dorfes, insbesondere die Folgen der Unterdrückung der Kirche durch den preußischen Staat, hier könnte ein für viele Polen unbekanntes und die Annäherung erleich-terndes Thema vorliegen
- Aufwertung des Friedhofs mit Auswirkungen auf die Erhaltung der an-deren verbliebenen Gräber aus der Zeit vor der Vertreibung
- geistliche Vertiefung durch die Beschäftigung mit dem auf dem Grab dargestellten Heiligen, die Verbindungen in verschiedener Weise ermög-licht (Papst Leo XIV. ist Augustiner, zu den Köpfen des Schlesischen Priesterwerks zählt mit Prälat Prof. Drobner ein international anerkann-ter Augustinusexperte, …)
- gemeinsames deutsch-polnisches Handeln bei der Wiederbeisetzung Toepschs in einem würdigen Rahmen (möglichst Beteiligung der Bischö-fe von Liegnitz und Görlitz, Beisetzung zuständigkeitshalber durch den heutigen Pfarrer)
- Einzubindende Personen bzw. Institutionen und anstehende Maßnahmen
Bereits beteiligt ist neben den Heimatfreunden Schmottseiffen mit Bernhard Lange als Vorsitzendem - der 1. Vorsitzende des Schlesischen Priesterwerkes, Pfarrer Krystian Burczek,
- dessen Einsatz die aktuellen hoffnungsvollen Entwicklungen entschei-dend vorangebracht hat. Als aus Oberschlesien stammender polnisch-sprachiger Priester, der zum Klerus des Bistums Görlitz gehört und dort Domkapitular ist, hat er bei dem Treffen am 5. August den
- Ortspfarrer Stanisław Partyka CSMA für unser Anliegen gewinnen können. Bereits im Vorfeld hatte er das Projekt dem Vorstand
des Schlesischen Priesterwerkes und dem Kuratorium der Kardinal-Bertram-Stiftung vorgestellt und eine Vorabzusage (vorbehaltlich der Beantragung und Prüfung) für eine Finanzierung in Höhe von 10.000 € erwirkt.
Insgesamt sind zu beteiligen: - Pfarrei St. Thekla Schmottseiffen/Pławna (Pfarrer Stanisław Partyka CSMA), Eigentümerin des Friedhofs, Pfarrarchiv für Informationen über Augustin Toepsch
- Heimatfreunde Schmottseiffen (inhaltliche Bearbeitung und Mitträger-schaft des Projekts, Co-Finanzierung durch Aufbringen eines Eigen-anteils)
- Bistum Liegnitz: Bischof Andrzej Siemieniewski, Kunst-/Denkmalbeauf-tragter (Kontakt über Pfr.Burczek), anstehende bischöfliche Visitation der Pfarrei St. Thekla im Oktober
- Bistum Görlitz: Bischof Wolfgang Ipolt (informell, möglichst Beteiligung an der Wiederbeisetzung)
- Schlesisches Priesterwerk / Schlesisches West-Ost-Forum e.V.
- Kardinal-Bertram-Stiftung, ggf. weitere Geldgeber
- Diözesanarchiv Breslau (Hintergrundinformationen über Augustin Toepsch)
- Zivilgesellschaft in Schmottseiffen und Liebenthal (Information und Vermittlung des Anliegens),
- Nutzung bereits vorhandener Kontakte von Bernhard Lange
- Erforderliche Maßnahmen, in enger Abstimmung/Information der Pfarrei St. Thekla:
- Information des Bistums Liegnitz und Klärung denkmalrechtlicher Rahmenbedingungen (das Grab ist 1982 bei der Kunst-/Denkmalinven-tarisierung der Pfarrei erfaßt und beschrieben worden),
- soweit möglich Kontakt im Zusammenhang mit der Visitation im Oktober
- Auswahl eines geeigneten Restaurators, Begutachtung und Angebots-einholung (der beim Treffen am 5. August zufällig anwesende Steinmetz/Bildhauer ist mit der Situation vor Ort vertraut und bietet Referenzen durch Beteiligung an Restaurierungen in Löwenberg)
- Spendenwerbung für Co-Finanzierung (vor allem über Heimatfreunde; die Ortsgemeinde sollte damit nicht belastet werden, Zielvorgabe ca. 2.000 €)
- Projektmittelbeantragung bei Kardinal-Bertram-Stiftung mit Unterstüt-zung durch Pfr. Burczek
- Forschung/Dokumentation zum Leben Augustin Toepschs und den Auswirkungen des Kulturkampfs auf die Seelsorge in Schmottseiffen (Pfarrarchiv, Diözesanarchiv Breslau)
- Öffnung des Grabes, möglichst in Anwesenheit von Vertretern der Pfarrei und der Heimatfreunde,
- Sicherung der sterblichen Überreste und sichere Aufbewahrung bis zum Abschluß der Maßnahmen, z.B. in der Sakristei; Beschaffung eines ein-fachen kleinen Sarges für die Wiederbestattung,
- Sicherung und Zwischenlagerung des originalen Zinksarges, ggf. kleine Reparaturen; Reinigung der Gruft, Sicherung der Baustelle
- Sicherung, Aufarbeitung der Grufteinfassung und -abdeckung
- Reinigung und Konservierung des Denkmalsockels und der Grabtafel
- Restaurierung und Ergänzung der Augustinusstatue
- Dokumentation (zweisprachig) und ggf. Ausstellung im Dorfgemein-schaftshaus/ehem. Bahnhof Schmottseiffen
- feierliche Wiederbeisetzung Augustin Toepschs durch Ortspfarrer, möglichst mit feierlichem Requiem für alle verstorbenen Geistlichen mit beiden Bischöfen
- Anbringung einer Informationstafel am Grab (polnisch/deutsch, ggf. englisch)
Ich würde mich freuen, wenn diese zugegebenermaßen recht ausführli-chen, aber sicher ergänzungsbedürftigen Überlegungen die weiteren Planungen voranbringen. Die zeitlichen Abläufe werden durch die anste-hende Visitation der Pfarrei durch den Bischof, die Abläufe bei der
Beantragung und Prüfung der Fördermittel und nicht zuletzt durch die begrenzte Amtszeit des derzeitigen Pfarrers von Pławna (limitiert durch seine Ordensgemeinschaft bis 2027) bestimmt.
Ergänzungsvorschläge, Engagement und natürlich Spenden sind herzlich willkommen.
Thomas Marin, 22. August 2025
Priestergrab Augustin Toepsch
Thomas Marin hat sich viele Gedanken zur Restaurierung des Priestergrabs des Pfarrverwesers Augustin Toepsch gemacht und eine bemerkenswerte Aktion ins Leben gerufen. Seine Gedanken dazu finden sich unter der neuen Überschrift „Priestergrab“.
Hier zunächst eine Zusammenfassung, die mit Hilfe von KI erstellt wurde:
Das Dokument beschreibt die geplante Restaurierung des Priestergrabes von Augustin Toepsch in Schmottseiffen/Pławna und die damit verbundenen Maßnahmen.
Hintergrund und Bedeutung des Priestergrabes
- Augustin Toepsch war von 1868 bis zu seinem Tod 1878 Pfarradministrator in Schmottseiffen und wurde in einem repräsentativen Grab beigesetzt.
- Das Grab ist ein wichtiges historisches und kulturelles Erbe, das an die kirchliche Kontinuität und die Geschichte des Dorfes erinnert, insbesondere an die Auswirkungen der preußischen Kulturkampfgesetze.
- Die Restaurierung soll nicht nur die Totenruhe wiederherstellen, sondern auch die Verständigung zwischen den ehemaligen und heutigen Bewohnern fördern.
Aktueller Zustand des Grabes
- Das Grab wurde in der Vergangenheit geschändet; der Sarg ist aufgebrochen, und die sterblichen Überreste sind ungeordnet.
- Müll und andere Gegenstände wurden in die Gruft entsorgt, was die Notwendigkeit einer Restaurierung unterstreicht.
Ziele der Restaurierung
- Wiederherstellung der Totenruhe und Würde des Verstorbenen.
- Förderung des Gebets für die Verstorbenen und der Erinnerung an die Kirchengeschichte.
- Aufwertung des Friedhofs und der anderen Gräber aus der Zeit vor der Vertreibung.
- Gemeinsame deutsch-polnische Aktionen zur Wiederbeisetzung Toepschs in einem würdigen Rahmen.
Beteiligte Personen und Institutionen
- Die Pfarrei St. Thekla, Heimatfreunde Schmottseiffen, Bistümer Liegnitz und Görlitz, das Schlesische Priesterwerk und die Kardinal-Bertram-Stiftung sind involviert.
- Pfarrer Krystian Burczek hat entscheidende Unterstützung geleistet und eine Vorabzusage für eine Finanzierung von 10.000 € erhalten.
Erforderliche Maßnahmen
- Klärung der denkmalrechtlichen Rahmenbedingungen und Auswahl eines Restaurators.
- Spendenwerbung und Beantragung von Projektmitteln.
- Öffnung des Grabes zur Sicherung der Überreste und anschließende Restaurierungsarbeiten.
- Dokumentation des Projekts und feierliche Wiederbeisetzung von Augustin Toepsch.
Das Projekt zielt darauf ab, die kulturelle und historische Bedeutung des Priestergrabes zu bewahren und die Gemeinschaft zu stärken.
Schmottseiffen 2.0: Newsletter # 9 erschienen
Unter Schmottseiffen 2.0 gibt es den neuesten Newsletter, der einen Bericht zum Besuch im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung und Versöhnung enthält sowie einen Aufruf zum Beitragen von persönlichen Geschichten der Vertreibung und anderen Erinnerungsstücken.
Newsletter # 9
Schmottseiffen 2.0: Newsletter # 9 Berlin, August 2025
Liebe Heimatfreunde!
Ein schon länger geplanter Besuch im Dokumentationszentrum für Flucht, Vertreibung und Versöhnung fand nun am Freitag, d. 15. August, 2025, am Anhalter Bahnhof in Berlin statt.
https://www.flucht-vertreibung-versoehnung.de/
Die Kontaktaufnahme ergab sich aus unserem letzten Besuch in Hainfeld, bei dem das Ehepaar Kohl auf seine Bekanntschaft mit Herrn Dr. Nils Köhler aufmerksam machte.
Herr Dr. Köhler ist Bereichsleiter Dokumentation & Forschung.
Er ist von Hause aus Historiker und zurzeit Projektleiter der aktuellen Sonderausstellung:
Der Treck Fotografien einer Flucht 1945.
Diese Ausstellung ist äußerst sehenswert, hervorragend mit erklärenden Texten versehen. Die Aufnahmen selbst sind von professionellen Fotografen aufgenommen, was eine große Seltenheit im historischen Zusammenhang darstellt, waren die Vertriebenen doch in erster Linie mit der Rettung des verbliebenen Hab und Guts und des eigenen Lebens beschäftigt.
Mehr dazu auf dem Link zur Ausstellung:
https://www.flucht-vertreibung-versoehnung.de/de/ein-dorf-auf-der-flucht
Der eigentliche Zweck meines Besuchs bestand aber darin, herauszufinden, an welchen Texten, Dokumenten und Realien aus Schmottseiffen das Dokumentationszentrum Interesse haben könnte.
Auf einer Seite der Homepage des Dokumentationszentrums befindet sich ein Sammlungsaufruf an Vertriebene und ihre Nachkommen, eigene persönliche Geschichten, Dokumente und Bilder beizutragen, um die Geschichte der Vertreibung zu konkretisieren und greifbar zu machen.
Dies erscheint umso wichtiger, als dass die Zahl der Zeitzeugen immer weiter abnimmt.
Zum Glück verfügt das Dokumentationszentrum über materielle und personelle Ressourcen, um
sich der Sichtung und Digitalisierung des Materials annehmen zu können.
Besonderes Interesse besteht von Seiten Herrn Dr. Köhlers an den Jahresheften. Ich habe schon eine Reihe Exemplare, leider oft aber nur einzelne, so ist meine Sammlung nicht vollzählig.
Hier die Jahrgänge, um die ich bitten möchte:
Alle vor 1994, 1997 bis 2011, 2013 bis 2014.
Die Jahreshefte stellen eine gute Dokumentation der Arbeit unserer Heimatfreunde dar, die wir nicht in irgendwelchen Kellern oder auf Dachböden verschimmeln lassen sollten.
Gibt es im Nachlass der Erlebnisgeneration vielleicht noch Briefe, Berichte über die Flucht, vielleicht sogar Fotos?
Eine gewisse Vorauswahl wäre allerdings angebracht, deshalb möchte ich darum bitten, mich vorher in Kenntnis über die Art von Materialien zu setzen, um dem Zentrum Arbeit zu ersparen.
Einiges an Texten ist ja auch schon in verschiedenen Publikationen erschienen, wie den
Löwenberger Heimatgrüßen oder unseren Jahresheften.
Also auf zu den persönlichen Archiven! Bei der Suche stößt man bestimmt auch auf bisher Unbekanntes, das Einblick und Erkenntnis zu der eigenen Geschichte bieten könnte.
Auf diesem Wege würde Schmottseiffen Eingang in ein dann digitalisiertes Kulturerbe finden und für die Nachwelt erhalten bleiben.
An dieser Stelle möchte ich mich schon einmal an die bisher eingegangenen Spenden für die Restauration des Priestergrabes Augustin Toepsch bedanken.
Ansonsten verbleibe ich wie immer mit einem herzlichen
Labt g’sund!
Bernhard
